Emetophobie - Fast keiner versteht die Betroffenen
Panik, Angst vor Kontrollverlust, Isolation
Emetophobie ist eine weitverbreitete Angststörung, die das Leben der Betroffenen erheblich einschränkt. Sie ist durch eine intensive Furcht und Panik vor dem Erbrechen, sei es das eigene Übergeben oder das von anderen, gekennzeichnet. Diese Angst kann zu Isolation und Depressionen führen.
Du bist nicht allein mit der Angst vor dem Erbrechen. Sie gehört zu den 10 häufigsten spezifischen Phobien.
Emetophobie bedeutet: Ein wirklich „übles Leben“
Betroffene vermeiden oft Aktivitäten wie Reisen, Parties und Restaurantbesuche , was zu sozialem Rückzug führt. Sie entwickeln zwanghaft wirkende Verhaltensweisen, wie häufiges Händewaschen und das Mitführen einer Plastiktüte. In schweren Fällen kann die Angst Arbeit, Schule und Beziehungen beeinträchtigen und körperliche Symptome wie Übelkeit und Magenschmerzen verursachen.
Emetophobie und Magen-Darm-Virus
Was die Angst vor Übelkeit triggert
Betroffene fürchten sich davor, selbst zu erbrechen oder mitzuerleben, wie andere sich übergeben.
Deshalb sind in der Winterzeit, wenn „Magen-Darm umgeht“ die Symptome und Einschränkungen besonders stark.
Diese Angst geht oft mit der Befürchtung einher, dabei unendliches Leiden zu erfahren, zu sterben oder die Kontrolle über sich selbst zu verlieren.
Das Magen-Darm-Schild löst Panik aus
An der Tür der KiTa oder der Schule siehst du es: Das Magen-Darm-Virus geht um und gerätst in Panik. Alltag, bei Eltern, die an Emetophobie leiden.
Bei Müttern und Vätern von kleinen Kindern besteht häufig die extreme Sorge ihren Kindern nicht helfen zu können, wenn diese erbrechen müssen. Deshalb behalten sie ihre Kinder meistens zu Hause, wenn in der Kita oder der Schule das Norovirus umgeht.
Die Angst vorm Übergeben beeinträchtigt das Essverhalten
Entspannt Essen gehen? - Unmöglich
Die Angst vor dem Erbrechen führt oft zu eingeschränktem Essverhalten. Betroffene meiden Lebensmittel, die als potenziell gefährlich angesehen werden, wie rohes Geflügel, Fisch oder Speisen mit rohen Eiern.
Sie legen großen Wert auf Hygiene und das Haltbarkeitsdatum von Lebensmitteln. Restaurantbesuche sind selten entspannt möglich oder werden komplett gemieden.
Risikofaktor Untergewicht bei Emetophobie
Falsche Diagnose: Magersucht
In stark ausgeprägter Form dieser Angststörung ernähren sich Betroffene nur noch von Schonkost, auch weil sie Magenschmerzen haben.
Untergewicht sowie soziale Isolation sind mögliche Folgen. Als Resultat werden sie dann häufig fälschlicherweise als magersüchtig diagnostiziert. Aber die Betroffenen möchten nicht abnehmen.
Wenn sie fälschlicherweise als magersüchtig diagnostiziert werden, erhalten sie auch die falsche Therapie.
Da das Umfeld diese Angst nicht versteht, kommen Scham- und Schuldgefühle hinzu. Ständige Ausreden und Notlügen belasten zusätzlich.
Angst vor Lebensmittelvergiftungen
Sushi essen gehen, eine Horrorvorstellung für Menschen mit Emetophobie. Panik vor Lebensmittelvergiftungen ist ganz typisch bei der Angst vor Erbrechen.
Kennst du das?
Du willst eigentlich mit, aber dein ganzer Körper wehrt sich dagegen!? Emetophobie ist keine Einbildung. Die Angst zu Erbrechen wird ausgelöst durch innere unbewusste Horrorszenarien.
Es sind unbewusste Prozesse die dazu führen, dass man Erbrechen als etwas Bedrohliches oder sogar tödliches empfindet. Die unbewussten Prozesse, wie zum Beispiel das Gedankenkarussell, ein Kloß im Hals, ständige Übelkeit, oder diese inneren Horrorszenarien, sind die Auslöser für die Angst vorm Erbrechen.
Die Lösung der Phobie liegt in der Arbeit mit den unbewussten Prozessen.
Symptome von Angst sich zu übergeben
Vom Kloß im Hals bis hin zu Panikattacken
Wenn wir Angst verspüren ist der Sympathikus in unserem Nervensystem aktiviert. Er aktiviert alle unbewussten Prozesse im Körper, die uns bei drohender Gefahr schützen sollen.
Damit wir schnell vor einer Bedrohung fliehen können oder blitzartig kampfbereit sind: Das Herz schlägt schneller, Adrenalin wird ausgeschüttet, die Muskeln werden angespannt, der Fokus unseres Blickes verengt sich. Das Immunsystem wird aktiviert, falls wir uns verletzen. Wir sind im Alarmmodus.
Dabei werden andere, im Moment nicht so wichtige Funktionen unterdrückt: Einschlafen ist unmöglich, Unbeschwerte Sorglosigkeit wäre tödlich, wenn uns zum Beispiel ein Tiger angreifen wöllte. Essen ist unmöglich, der Hals macht „zu“.
Bei Emetophobie gerät der Körper unbewusst in den Alarm-Modus sobald der Hauch einer Gefahr des Übergebens wahrgenommen wird. Trigger können auch ein einfaches Husten oder der Anblick eines Eimers sein.
Welche Orte werden bei Emetophobie vermieden?
Menschen mit Emetophobie meiden oft Orte und Situationen, die sie mit Erbrechen in Verbindung bringen, darunter:
- Volksfeste
- Krankenhäuser
- Bars
- Restaurants & Imbisse
- Reisen in Flugzeugen oder auf Schiffen
- Autofahrten auf Autobahnen
- Partys
- KiTa und Schule, wenn „Magen-Darm“ umgeht
Sogar eine Schwangerschaft wird oft vermieden, da die Angst vorm Erbrechen starken Einfluss auf diese Entscheidung hat.
Du fühlst dich fast nirgendwo wirklich sicher?
Schwangerschaft - häufig unmöglich
Frauen, die unter der Angst vor Übelkeit und Erbrechen leiden, können so sehr durch diese Phobie eingeschränkt sein, dass sie sich nicht zutrauen, schwanger zu werden.
Dies hat mehrere Gründe: Zunächst natürlich aufgrund des Risikos in der Schwangerschaft an Übelkeit zu leiden oder sich übergeben zu müssen.
Aber auch die Vorstellung, dass die Kinder sich übergeben müssen, löst Panik aus: Sie befürchten, dass sie ihren Kindern nicht helfen könnten.
Im Gedankenkarussell sind auch Sorgen über die Gefahr sich dann bei ihnen anzustecken und selbst erbrechen zu müssen.
Ohne Therapie kann dies bedeuten, dass der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
Missbrauch von Medikamenten bei Emetophobie
Emetophobiker riskieren ihren Körper langfristig zu schädigen
Um sich vor Erbrechen zu schützen, nehmen viele Betroffene vorbeugend Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen ein.
Diese sind normalerweise rezeptpflichtig und werden beispielsweise bei Chemotherapie oder Reiseübelkeit eingesetzt.
Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafprobleme, Verstopfung oder Durchfall sind möglich.
Die Einnahme der Medikamente verschlimmert in den meisten Fällen nur noch die Symptomatik, weil der Körper sich an sie gewöhnt und sie immer weniger helfen.
Bus fahren? Schwer möglich bei Angst vorm Übergeben
Öffentliche Verkehrsmittel, wie zum Beispiel der Bus oder die Metro sind für Menschen, die unter Emetophobie leiden, eine Horrorvorstellung, weil sie das Gefühl haben, dort nicht schnell entfliehen zu können.
Das Szenario sich unkontrolliert vor anderen Menschen übergeben zu müssen, löst Panik aus und führt zur Vermeidung.
Angst vor Kontrollverlust, Ohnmacht, Ersticken, Blamage und Panik – Es gibt die verschiedensten Szenarien, die unbewusst dabei ablaufen.
Moderne therapeutische Methoden helfen die unbewussten Prozesse zu verändern, die an der Ursache dieser spezifischen Angst beteiligt sind.
Wie entsteht Emetophobie?
Traumatische Erfahrungen und Modelllernen als häufige Ursachen
Die Ursachen für die Entwicklung von Emetophobie sind vielfältig. Oft finden wir im Rahmen der Therapie eindeutige Auslöser der Krankheit. Viele Betroffene erinnern sich an prägende Ereignisse, meist in der Kindheit.
Zum Beispiel als Kind keine Hilfe beim Erbrechen bekommen zu haben. Manche meiner Klient*innen hatten beobachtet, wie sich ihre Eltern auf erschreckende Weise übergeben haben, weil sie eine Chemotherapie hatten oder Alkoholiker waren.
Andere wiederum wurden von Lehrer*innen gemaßregelt, weil sie im Klassenzimmer erbrochen hatten.
Weit verbreitet ist auch das sogenannte „Modelllernen„: Kinder lernen am Modell der Eltern, dass Erbrechen etwas Schlimmes ist, wenn diese auch an Emetophobie leiden und alles desinifzieren und die Kinder von der KiTa ausschließen, wenn „Magen- Darm rumgeht“.
Angst sich zu übergeben - ständig Fluchtwege suchen
Du suchst ständig Fluchtwege?
Ob in der Schule, in neuen Gebäuden, beim Friseur, im Kino, im Supermarkt, am Flughafen… einfach überall, um im Fall der Fälle dem Erbrechen in der Öffentlichkeit zu entkommen.
Die Vorstellung dich unkontrolliert übergeben zu müssen – Alle sehen es oder niemand hilft dir – löst pure Panik in dir aus.
Wegrennen ist ein Überlebensreflex, wenn Gefahr droht. Erbrechen ist für Betroffene von Emetophobie pure Gefahr. Auch wenn es nicht gefährlich ist, unbewusst bedeutet es für sie ein hohes Risiko zu sterben. Deshalb sind sie immer auf der Suche nach einem sicheren Ausweg.
Sogar kurze Spaziergänge können unmöglich erscheinen. Es ist bewusst nicht logisch, genau. Aber keine Angst ist logisch. Sie entsteht unbewusst. Deshalb ist es sinnvoll, diese unbewussten Szenarien zu therapieren um sich langfristig wirklich sicher im eigenen Körper fühlen zu können. Egal wo man hingeht, -fährt oder -fliegt.
Folgen falscher Diagnosen
Die Symptome der Emetophobie verleiten Mediziner und Therapeuten, die diese Phobie nicht kennen, dazu, die Diagnose Magersucht oder Zwangsstörung zu vergeben. Dies resultiert in der falschen Behandlung und verschlimmert häufig die Symtome.
Wenn mit Konfrontationsübungen versucht wird, das Problem zu lösen, kann es zu Traumatisierung führen und der Glaube an eine Linderung oder Heilung wird komplett zerstört.
Sämtliche Hoffnung auf ein normales und fröhliches Leben geht verloren und Betroffenen verfallen häufig zusätzlich in Depressionen.
Dadurch verpassen sie Ausbildungs- und Karrierechancen, der Körper und das Immunsystem werden geschwächt, weil er nicht die richtige Nahrung und Bewegung bekommt.
Die sozialen Beziehungen verschlechtern sich, weil viele Aktivitäten einfach unmöglich sind. Freunde ziehen sich zurück, Partnerschaften zerbrechen, Familienplanungen werden beeinträchtigt.
Manche Frauen mit Emetophobie bleiben viel zu lange in ungesunden Beziehungen, da sie denken, sie sind auf die Hilfe des gewalttätigen Parnerts angewiesen, weil sie sich nicht zutrauen alleine zu leben oder alleine für ihre Kinder sorgen zu können.
Lass dir helfen: Emetophobie ist behandelbar.
Psychologische Hypnotherapie bei Angst vorm Erbrechen
Nutze die Kraft unbewusster Prozesse
Wie läuft die Hypnotherapie ab?
Online – in meiner Praxis – oder in der Natur?
Wie es für dich am besten passt.
Emetophobie geht einher mit negativen inneren Bildern, anstrengenden Gedankenspiralen und Unwohlsein auf körperlicher Ebene.
Hier setzt die Hypnotherapie an, da sie die Kraft des Unterbewusstseins nutzt.
Während der Hypnose bist du in einem Entspannungszustand, der uns erlaubt unbewusste Prozesse ins Positive zu verändern. Du behältst zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle. Stell es dir vor, wie eine innere Reise zu deinen ungenutzten Ressourcen.
Ich begleite dich sicher und professionell. Du legst dich bei der Onlinetherapie bequem auf dein Sofa oder dein Bett, mit Kopfhörern und hörst mir so zu wie du guter Musik zuhörst. Es fühlt sich so ähnlich an, wie der Moment kurz vorm Einschlafen. Sehr entspannt und mit dem Fokus nach innen gerichtet. Jede Hypnose wird aufgezeichnet und dir im Anschluss als Audio Datei zur Verfügung gestellt. Jede Therapie wird individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt, wie ein maßgeschneidertes Kleid.
Vor jeder Hypnose erkläre ich dir genau, was wir machen und beantworte dir deine Fragen, damit du dich gut darauf einlassen kannst.
